Sommersegeln Blog Tag 7 // Abschied

Verfasst von

in

Zur Freude aller durften wir heute eine halbe Stunde länger schlafen. Das war nach dem Abschlussabend auch bitter notwendig. Nach dem Frühstück ging es für uns ans Aufräumen. Die eigenen Sachen mussten eingepackt, die Küche in Ordnung gebracht und die Dusche und die Toiletten geputzt werden.

Gegen Mittag haben wir dann die Rückreise nach Hause angetreten. Der Abschied von der Crew verlief nicht ganz ohne Tränen. Es war nicht ein einfacher Abschied bis zum nächsten Jahr, sondern ein potentieller Abschied für immer.

Nach fast 20 Jahren Sommersegeln geht dieses Jahr eine Ära zu Ende. Im nächsten Jahr wird es voraussichtlich kein offizielles Sommersegeln mehr geben.

Das Sommersegeln war für die ehemaligen Gemeinde Bredenscheid-Sprockhövel einer der Höhepunkte im Jahr. Sieben Tage lang Segeln, Schwimmen, Andachten und einfach nur mal chillen. Kaum Verwantwortung oder Altagsstress, einfach nur eine schöne Zeit mit anderen Teamern und Teamerinnen. Eine Erholung und Belohnung vom vergangen Jahr und eine Vorbereitung auf das anschließende Katchumenen- und Konfijahr.

Ein lange Zeit voller unvergesslicher Momente, Lagerfeuer-Akkorde und wunderschöner Segeltage liegt hinter uns. Diese Freizeit war weit mehr als nur ein einfacher Sommerausflug, sie war ein Sommerurlaub mit der zweiten Familie.

Über die Zeit sind hier nicht einfach nur Bekanntschaften gemacht worden, sondern es sind viele tiefe Freundschaften entstanden und Liebespäärchen haben sich gefunden. Menschen, die sich anfangs schüchtern die Stockbrote oder eine leuchtende Taschenlampe teilten, stehen heute als Paten für die Kinder ihrer damaligen Zimmernachbarn oder als Trauzeugen am Altar. Teilnehmende wurden zu Leitungen und Robin sogar zu unserem Hauptamtlichen Jugendreferenten.

Doch einige haben dieser Freizeit noch so viel mehr zu verdanken, Dinge, die sich oft erst mit Jahren Abstand in ihrer ganzen Tragweite zeigen. Für viele war das Lager ein absolut sicherer Hafen in den oft stürmischen Teenagerjahren. Es war der eine Ort im Jahr, an dem man abseits von Schulstress, Notendruck und den Erwartungen des Alltags völlig unmaskiert man selbst sein durfte. Hier, bei nächtlichen Gesprächen unter dem klaren Sternenhimmel oder beim gemeinsamen Spüldienst, wurden Lebenskrisen bewältigt und Zukunftsängste abgelegt. Manche fanden hier die eigene berufliche Bestimmung und wählten danach Wege in der Sozialarbeit oder im Lehramt. Andere lernten hier schlichtweg, was es heißt, bedingungslos akzeptiert und wertgeschätzt zu werden.

Diese Jahre haben nicht einfach nur unsere Sommerferien gefüllt. Sie haben Geschichten geschrieben, unzählige Herzen geprägt und ein unsichtbares, aber unzerreißbares Netz gesponnen, eine echte Familie, die weit über die Freizeit hinauswächst und uns alle bis heute zusammenhält.

Leider ist das Sommersegeln einfach nicht mehr die passende Jugendfreizeit für unsere neue Familie. Nach der Fusion unserer Kirchengemeinden und damit auch die Fusion der Jugendarbeiten zur mosaik ist die gemeinsame Jugendarbeit riesig. Die natürlich begrenzten Teilnehmeranzahlen auf einem Segelboot würden vielen jungen Menschen den Zugang zu den schönen Momenten verwehren. Daher wir wollen an dieser Stelle nicht nur in Erinnerung schwelgen, sondern uns auch auf die Zukunft freuen. Und so freuen wir uns riesig auf das was unsere Jugendreferentin und unsere beiden Jugendreferenten für uns im nächsten Jahr geplant haben oder noch planen werden.